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Sächsisch-Thüringischer
Zuckerrübenanbauer e.V. 01.04.2012

Aktuelles

< Juli 2016

Wichtige Hinweise zum Umgang mit Rübenlieferrechten...


...nach Ablauf der Kontrahierungsfrist für den Zuckerrübenanbau 2017

Die Inhaber von Zuckerrübenlieferrechten (Z, M und E) im Verbandsgebiet Sachsen-Thüringen hatten im Juni/Juli 2016 die Möglichkeit zum Abschluss von Zuckerrüben-Lieferverträgen für die Zuckerfabriken der Südzucker AG. Dabei konnte schließlich eine Vertragsrübenmenge im Umfang von bis zu 170 % der vorhandenen Lieferrechtsmenge kontrahiert werden, die sich aus 100 % Basisrüben (= Lieferrechte) und bis zu 70 % Mehrrüben zusammensetzt.

Allen Vertragsinhabern, die in 2017 eine noch größere Vertragsrübenmenge erzeugen und kontrahieren wollen, wird die zusätzliche Nutzung (Pachtung) oder die vollständige Übernahme von Lieferrechten aufgebender Rübenanbauer empfohlen. Das gilt ebenfalls für Betriebe, die in den nachfolgenden Jahren konstant eine größere Vertragsrübenmenge anbauen möchte, als ihre derzeitige betriebliche Basisrübenmenge (= Lieferrechtsmenge) ohne den jährlich variablen Mehrrübenanteil erlaubt (bitte weiterlesen).

Lieferrechtsinhaber und interessierte Neueinsteiger in den Vertragsrübenanbau, die für 2017 (und kommende Jahre) Lieferrechte zur Nutzung (Pachtung) oder zur vollständigen Übernahme mit Kapitalbeteiligung bei der SZVG (renditebringende Anlagealternative) suchen, melden sich zwecks Beratung und Vermittlung zeitnah bei der SZVG (Tel.: 09331 / 91253) oder bei unserem Verband. Alle Rübenlieferrechte, die Sie bis zum 30.11.2016 noch von Nutzungsgebern (Verpächtern) oder Abgebern von SZVG-Beteiligungen übernehmen, können Sie Ihrem bereits abgeschlossenen Liefervertrag 2017 hinzufügen. Melden Sie sich dazu bei Ihrer zuständigen Rübenabteilung, sobald Sie von der SZVG den Nutzungs-/Übertragungsnachweis erhalten haben.

Lieferrechtsinhaber, die ggf. den Vertragsabschluss für 2017 verpasst haben, wenden sich zeitnah an ihre zuständige Rübenabteilung. Südzucker prüft dann in Abhängigkeit bisher vorhandener Vertragsmengen, inwiefern noch ein nachträglicher Vertragsabschluss möglich ist.

Lieferrechtsinhaber, die für 2017 keinen, jedoch ab 2018 wieder einen Liefervertrag abschließen wollen, sollten dies unbedingt ihrer zuständigen Rübenabteilung mitteilen. Sie erhalten dann im Frühsommer nächsten Jahres wieder die Möglichkeit zum Vertragsabschluss im SZ-Rohstoffportal.

Achtung: Wer in einem Jahr keinen Zuckerrüben-Liefervertrag abschließt, verliert im Folgejahr seinen Anspruch auf die sog. Treueprämie in Höhe von 1,50 € je t Vertragsrüben!

Lieferrechtsinhaber, die 2017 und darüber hinaus endgültig keinen Vertragsrübenanbau mehr durchführen wollen, sollten dies ebenfalls ihrer Rübenabteilung mitteilen. Sie werden dann nicht weiter über Angelegenheiten zum künftigen Vertragsanbau benachrichtigt.

Achtung: Rübenlieferrechte, die weder durch ihren Inhaber selbst, noch durch einen Nutzungsnehmer in den Vertragsanbau kommen, laufen Gefahr, in absehbarer Zeit zugunsten anderer aktiver Rübenanbauer nicht mehr aktiviert werden zu können! Rübenlieferrechte sind ein erhaltenswertes Wirtschaftsgut! Lesen Sie dazu weiter unten ("wichtige allgemeine Zusammenhänge").

Neben der anzuempfehlenden Fortführung der langjährig aufgebauten und renditestarken Finanzbeteiligungen bei der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZ-Anteile Z, SZ-Darlehen M + E, A+R-Mittel, RRG) ist deshalb eine nachhaltige Sicherstellung der daran gebundenen aktiven Lieferrechte unbedingt anzuraten. Das erreichen Sie, indem Sie Ihre Lieferrechte an einen aktiven Rübenanbauer oder einen interessierten Neueinsteiger zur Nutzung abgeben (verpachten). Lieferrechte, die Sie bis zum 30.11.2016 an einen aufnehmenden Betrieb zur Nutzung abgeben, kann dieser noch zum nachträglichen Abschluss eines neuen oder zur Erweiterung seines bestehenden Liefervertrages 2017 verwenden.

Zwecks ausführlicher Beratung und ggf. Vermittlung der Lieferrechte wenden Sie sich bitte an die SZVG (Tel.: 09331 / 91253) oder an unseren Verband.

Lieferrechtsinhaber, die aus betrieblichen Gründen endgültig ihre Finanzbeteiligungen bei der SZVG und die daran gebundenen Lieferrechte an einen übernehmenden Betrieb übertragen oder bei der SZVG kündigen müssen, verlieren ihre Grundlage, künftig einen Zuckerrüben-Liefervertrag bei Südzucker abschließen zu können – zugunsten der anderen aktiven Rübenanbauer. Sie verlieren ebenfalls ihre Kapitalanlage bei der bäuerlichen Genossenschaftsbank SZVG, die in den vergangenen 10 Jahren eine jährliche Rendite von durchschnittlich vier Prozent erwirtschaften konnte – zugunsten des Übernehmers oder der SZVG, die nach Auszahlung des Nennwertes entweder selbst mit diesen Anlagen weiter wirtschaftet oder diese interessierten Anlegern/Rübenanbauern neu ausgibt. Diese nutzen dann die Chance, um sich zusätzlich zu ihrem erwirtschafteten Deckungsbeitrag im Rübenanbau noch Dividende bzw. Zinsen auf ihre Kapitalbeteiligungen bei der SZVG auszahlen zu lassen (je nach Höhe umgerechnet jährlich etwa 150 bis 300 € je Hektar Rübenfläche).

Zwecks ausführlicher vorheriger Beratung und ggf. Vermittlung der Beteiligungen mit Lieferrechten wenden Sie sich bitte an die SZVG (Tel.: 09331 / 91253) oder an unseren Verband.

Wichtige allgemeine Zusammenhänge:

Der Vertragsrübenanbau ab 2017 zieht ein weiteres Fortschreiten des seit Jahren laufenden Strukturwandels im regionalen Rübenanbau nach sich. Dieser richtet sich natürlich zunächst nach der persönlichen Einstellung der Agrarbetriebe gegenüber dem Vertragsrübenanbau und dem kapitalbasierten süddeutschen Lieferrechtsmodell, aber auch nach strategischen Entscheidungen der Südzucker AG und der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft (SZVG), die mehrheitlich durch die kapitalgebenden Landwirte aus den süddeutschen Anbauerverbänden getragen wird.

Aus dem nun abgeschlossenen ersten Kontrahierungslauf für den Rübenanbau ohne Zuckerquote kann abgeleitet werden, dass die Entwicklung der künftigen Rübenanbaustruktur abhängt

  1. von der aktiven „Wanderung“ bzw. vom Verbleib der ausgegebenen Rübenlieferrechte in den Agrarbetrieben bzw. in bestimmten Regionen entsprechend der persönlichen Wertschätzung für das Rübenlieferrecht,
  2. von der proportionalen Ausgabe eines jährlich variablen Anteiles von Mehrrüben zu den Basisrüben (=Lieferrechte) und
  3. von der sachlichen Einschätzung der Agrarbetriebe über die Sinnhaftigkeit des Erhalts und des Erwerbs renditestarker Kapitalbeteiligungen bei der Süddeutschen Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft.

Zu 1.: Werden Lieferrechte (Basisrüben) durch deren Inhaber bewusst oder unbewusst nicht mehr in den Vertragsanbau gebracht (fehlende Kontrahierung/Nutzung/Übertragung) bzw. von potentiellen Anbaubetrieben nicht im ausreichendem Umfang nachgefragt, fehlen diese und die daran gebundenen Mehrrüben zur wirtschaftlichen Auslastung der regionalen Zuckerfabrik. Das trifft ggf. auch für eine „gut versorgte“ benachbarte Fabrik zu, aus deren Einzugsgebiet dann Rüben zum Ausgleich an die minderversorgte Fabrik abgegeben werden müssen. Im Fall von regional fehlender Kontrahierungsbereitschaft/Lieferrechtsnachfrage können Lieferrechte und somit die Wertschöpfung aus dem Zuckerrübenanbau in andere Gebiete abwandern, in denen die Übernahmebereitschaft weiterhin vorhanden ist. Das kann langfristig zu beträchtlichen und irreversiblen Verwerfungen in den potentiell prädestinierten Anbauregionen führen!

Zu 2.: Der jährlich variable Mehrrübenanteil für jeden Lieferrechtsinhaber kann in etwa nur so hoch ausfallen, wie noch Mehrrüben zur Erreichung der von Südzucker benötigten Zuckermenge gebraucht werden, wenn alle Lieferrechtsinhaber ihre Lieferrechte vollständig in den Anbau bringen würden. Bei Nichtnutzung von Lieferrechten bzw. fehlender Kontrahierungsbereitschaft in einem Fabrikgebiet darf aus Gründen der Gleichbehandlung aller (süddeutschen) Lieferrechtsinhaber zum Ausgleich keine überproportionale Anhebung des Mehrrübenanteiles bei den übrigen Vertragspartnern in einem begrenzten Gebiet erfolgen!

Zu 3.: Das Angebot nach renditebringenden Anlagealternativen mit überschaubarem Risiko am Geldmarkt ist derzeit äußerst gering. Die von Landwirten über Jahrzehnte aufgebaute Genossenschaft SZVG bietet eine solche Alternative mit jährlich rd. vier Prozent Rendite (10-Jahresmittel) und einem verbundenen Rübenlieferrecht, das selbst aktiv bewirtschaftet oder zur Nutzung an andere abgegeben (verpachtet) werden kann. Die Übernahme von solchen Kapitalbeteiligungen durch außerlandwirtschaftliche Anleger ist extrem begehrt, jedoch durch die Übertragungsrichtlinien der SZVG ausgeschlossen und nur Agrarbetrieben vorbehalten, die Bedingungen für einen möglichen Vertragsrübenanbau mitbringen.

In Anbetracht dieser betriebsübergreifenden Zusammenhänge sind aufgebende wie wachsende Rübenanbauer trotz bzw. wegen des begrenzten Mehrrübenanteils gleichermaßen als Solidargemeinschaft gefordert, den Verbleib der Lieferrechte und ggf. der Kapitalbeteiligungen untereinander praktikabel zu regeln, um die Wertschöpfung aus der Rübenproduktion und die Kapitalrenditen dauerhaft in der Region zu sichern! Die Spekulation auf einen lieferrechtslosen Vertragsrübenanbau an der bäuerlich getragenen SZVG vorbei, schwächt einzig die betreffenden Fabrikstandorte und gefährdet die regionale Rübenproduktion!

Nutzen Sie bitte unsere Beratung! Helfen Sie mit, unsachliche Darstellungen in der Praxis und somit die Gefahr einer kontinuierlichen Abwanderung von erheblichen Produktionswerten und –potentialen aus unseren Agrarbetrieben in Sachsen-Thüringen zu unterbinden!

Der sichere Zuckerrübenanbau gehört in die Hände der wettbewerbsfähigen Ackerbaubetriebe zwischen Unstrut und Spree! Ertrag bringende Kapitalbeteiligungen und Rübenlieferrechte bleiben produktive Wirtschaftsgüter für alle, die sie finanziell aufgebaut bzw. erworben haben, egal ob aktiver Rübenanbauer oder Nutzungsgeber. Mit ihnen sollte sorgfältig und weitsichtig umgegangen werden, um sie der regionalen Wertschöpfungskette und den Nachfolgern dauerhaft zu erhalten! Kurzfristig niedrige Zucker- und Rübenpreise sowie Spekulationen dürfen nicht zu falschen Grundsatzentscheidungen führen!

Dafür steht der Verband Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V.

 

 

 

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